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Katze steckt in Regenrohr fest
 
Datum: 09.04.2018 | 17:38 bis 20:30
Einsatznummer:HM180072291
Einsatzart:Hilfeleistung / Andere
Einsatzort:Coppenbrügge - Felsenkeller
Kräfte:1/14
Ortswehr(en):FF Coppenbrügge
Fahrzeug(e):            
 
 

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Cord Pieper (stellv. Gemeindebrandmeister):
Mit dem Alarmstichwort "Katze im Regenrohr" wurde heute um 17:38 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Coppenbrügge alarmiert. Auf dem Felsenkellerweg in Höhe des Schützenhauses war der Stubentiger allerdings nicht im Regenrohr sondern im Regenwasserkanal unterwegs. Der Zugang zu diesem Kanal den das Tier vermutlich genommen hat, liegt etwas unterhalb des Restaurants "Felsenkeller". Die Besitzerin hatte jetzt nach zwei Tagen intensiver Suche ihren Kater ca.300 Meter weiter oberhalb des Lokals unter einer Fahrbahn-aco-drain entdeckt und miauen hören. Zunächst öffneten die Brandschützer diesen Ausgang um dem Kater zu helfen. Leider machte sich die Katze auf den Weg in die andere Richtung.
Auch weitere Versuche selbst mit Unterstützung eines durch die Besitzerin hinzugezogenen Sanitärbetriebes mit einer Rohrkamera und etwas Wasser brachten nicht den gewünschten Erfolg. Abschließende Verkehrssicherungsmaßnahmen schlossen diesen Einsatz schließlich ab mit der Hoffnung dass der Kater den Ausgang alleine findet.


Dewezet(10.04.2018):
Alle Rettungsversuche sind bislang gescheitert / Feuerwehr muss Einsatz abbrechen
Miauen aus dem Untergrund – Kater Balou steckt fest


Kater Balou steckt fest – in einem engen, dunklen, feuchten Rohr, unter der Erde. Seit Sonntag schon. Alle Rettungsversuche sind bislang fehlgeschlagen. Die 15 Freiwilligen der Feuerwehr Coppenbrügge haben ihren Einsatz am Montagabend schweren Herzens abbrechen müssen.
Am Freitag war Gabriele Bruns nach Feierabend zum Campingplatz nach Coppenbrügge gefahren, um dort das Wochenende zu verbringen. Kater Balou dürfte sich am Sonntag nach dem Frühstück für den Kanal interessiert haben – warum auch immer. Er kroch hinein – und kam nicht mehr heraus. Sein Frauchen suchte verzweifelt nach ihm, konnte ihn aber zunächst nicht aufspüren. Am Montagnachmittag hörte sie zwischen dem Felsenkeller-Restaurant und der Badeanstalt Balous Miauen.

Es kam aus dem Untergrund. Die Feuerwehr wurde um Hilfe gebeten. Die Tierretter fuhren mit drei Fahrzeugen zum Einsatzort. „Wir haben vergeblich versucht, an das Tier heranzukommen“, erzählt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Cord Pieper. „Um dem Kater zu helfen, haben wir zunächst an der Straße das Gitter einer Fahrbahn-Entwässerungsrinne geöffnet. Leider hat sich die Katze auf den Weg in die andere Richtung gemacht.“ Die Freiwilligen gaben nicht auf, sie ließen nichts unversucht. Sie öffneten einen Gullyschacht, ein Helfer kletterte hinein. Sie ließen etwas Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug in das Drainagerohr laufen, um festzustellen, in welchen Kanal es mündet und wo das Rohr endet. Sie schoben vorsichtig ein Stahlseil in die dunkle Öffnung, um den Kater zu bewegen, in Richtung Auslauf zu kriechen – alles klappte nicht.
Installateur-Meister Marc Stichnothe rückte mit einer Kanalkamera an. Die Feuerwehr warf ein Aggregat an, lieferte Strom für die Kamera. „Das Kabel ist leider nur 20 Meter lang“, erzählt Pieper. „Aber immerhin: Wir konnten den Stubentiger auf dem Monitor sehen.“
Am Dienstagmittag gelang es Gabriele Bruns, dem Kater in die Augen zu schauen – sie bat die Gemeindeverwaltung in Coppenbrügge um Hilfe. Sofort fuhren zwei Mitarbeiter des Bauhofes mit schwerem Gerät zum Felsenkeller. Mit einem elektrischen Stemmmeißel wurde Beton entfernt, das Rohr freigelegt und aufgeschnitten. Doch Balou ließ sich nicht mehr sehen.

Ein Video der Dewezet


Dewezet (11.04.2018):
Bauhof-Mitarbeiter schaffen Rettungsöffnung
Kater Balou ist frei: Happy End am Regenrohr

Gabriele Bruns ist überglücklich. Am Dienstagabend gegen 21 Uhr konnte sie Balou endlich wieder in ihre Arme schließen. Der anderthalbjährige Kater war am Sonntagvormittag am Felsenkeller bei Coppenbrügge in den Auslauf eines Regenwasserkanals gekrochen und nach 300 Metern in einem engen Rohr steckengeblieben.

Nachdem am Montag Rettungsversuche der Feuerwehr Coppenbrügge und eines Installateur-Meisters aus Salzhemmendorf fehlgeschlagen waren (wir berichteten), bat die 55-Jährige die Gemeinde Coppenbrügge um Hilfe. „Ich konnte doch nicht einfach nach Hause fahren und Balou seinem Schicksal überlassen“, sagt die Tierhalterin. Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg sagte Unterstützung zu – rasch und unbürokratisch. Schon kurze Zeit später erreichten die Bauhof-Mitarbeiter Detlef Fuhrmann und Dirk Fengler den Ort, an dem sich ein Tier-Drama abzuspielen drohte. Was, wenn es regnet und sich das Rohr mit Wasser füllt?
Die Männer vom Bauhof des Fleckens warfen ein Stromaggregat an, und Werkstattleiter Fuhrmann hämmerte mit einem elektrischen Stemmmeißel Beton weg. Dann wurde das Rohr freigelegt und aufgeschnitten. Balou ließ sich jedoch nicht blicken. Der Lärm und die Erschütterungen dürften ihm Angst eingejagt haben.
Gabriele Bruns gab nicht auf. Sie setzte sich auf Balous Transportkiste und schaute in das dunkle Loch. Immer wieder rief sie den Namen ihres Stubentigers. Acht Stunden harrte sie neben der Straße aus. „Einmal habe ich mich flach auf den Boden gelegt und mit der Taschenlampe in das Rohr geleuchtet. Ein Ehepaar, das zufällig vorbeikam, hat gedacht, ich wäre gestürzt und würde Hilfe benötigen. Das war mir schon etwas peinlich“, erzählt sie. „Unglaublich schön“ sei es, dass so viele Leute Anteil am Schicksal ihres „Zwerges“ genommen hätten. „Passanten haben mir Glück gewünscht oder mich ermuntert, die Hoffnung nicht aufzugeben, erzählt die 55-Jährige.
Gegen 21 Uhr steckte Balou dann vorsichtig sein Köpfchen aus der Öffnung. Gabriele Bruns schnappte sich ihren Liebling und brachte ihn rasch nach Hause. „Ich war so froh, dass dieses nervenaufreibende Abenteuer gut ausgegangen ist.“ Kater Balou tat so, als wäre nichts gewesen. „Er hat erst etwas gefressen und sich dann aufs Sofa gelegt und sich geputzt. Das ist vielleicht ein Filou.“
Übrigens: Für den Arbeitseinsatz der Feuerwehr und des Bauhofes wird Gabriele Bruns nicht zur Kasse gebeten. „Wir sind bürgerfreundlich und helfen gern“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg. „Die Rettung von Tieren ist selbstverständlich kostenlos.“

 
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